Forum für Gewanderte

"Forum" für Gewandete

- seit anno 2000 bei der Tuchweberey

 

Eine Zusammenkunft für Gewandete, Nähbegeisterte, Interessierte und Neugierige. Ein Forum für Einsteiger und Fortgeschrittene. 

 

Austausch, Kontakte, Netzwerke - gepaart mit Informationen, Humor, Musik und kulinarischen Extras.

 

Begonnen wird der Tag mit einem Brunch ab 11:00 Uhr. Hierfür darf jeder eine Bereicherung mitbringen - Suppen, Kuchen, Brot, Aufstrich, etc. - gern nach alten Rezepten. Michael moderiert durch den Tag. Bei strahlendem Sonnenschein ist später ein Bummel durchs mittelalterliche Horb oder am Neckarufer entlang möglich. Enden kann der Sonntag in den frühen Abendstunden.

Bei diesem Treffen darf jeder teilnehmen, wenn er gewandet erscheint und Interesse an textilem Mittelalterleben verspürt. Noch besser ist ein Kurzreferat über sich und sein einmaliges Fachwissen zu allen tangierenden Themen. Der Vortrag sollte 10 Minuten nicht überschreiten. Wer was vorführen will kann und darf auch dieses gerne tun. Musik und Tanz ist immer willkommen und wir machen alle, wie immer, gerne mit.

 

Um eine telefonische Anmeldung wird gebeten.

 

Wir freuen uns auf ein interessantes Treffen unter gleichgesinnten Freunden, mit viel Spaß, neuen Ideen und viel mehr.

 

 

Nächstes GewandTreffen 19.März 2023 

Liebe Freunde und Bekannte,

 

Am dritten Sonntag im März - ausgezehrt nach Monaten der Mittelalterabstinenz, laden wir Euch zum Horber „Forum für Gewandung“ ein.

 

Vielen sind diese Treffen ein guter Begriff. 

 

Wir freuen uns, Euch mit „Seyed gegrüßet mit ritterlichem Grusse und Handschlag zuvor“ begrüßen zu dürfen.

 

Wir hoffen, dass auch dieser Märztermin in dieser Jahrung für alle eine Bereicherung an neuen Erfahrungen, Ideen, Wiedersehen alter Bekannter, kulinarischer Genüsse und Zeit für gute Gespräche bringen wird, da auf den Märkten dies nicht immer möglich ist.

 

Für all die, welche noch nie teilgenommen haben ein paar Hintergrundinformationen:

 

Das Forum wurde von Mittelalterinteressenten gegründet, welche als Händler/innen, aktive Gruppen, Schausteller/innen, Handwerker/innen, etc. sich austauschen wollten und noch immer wollen. Jede/r stellt auf den Märkten und Spektakeln etwas dar. Zum einen durch seine Gewandungen und durch seine Rolle welcher er an den Wochenenden einnimmt. Zum Anderen hat jeder von uns ein reichhaltiges Wissen und Können, welches es lohnt untereinander zu vernetzen und auszutauschen. Nicht zum Nachahmen, sondern um sich untereinander behilflich zu sein, Ideen zu entwickeln bei Fragestellungen und Problemen.

Beiträge zu den unterschiedlichen Fachthemen sind erwünscht. So stand in den letzten Treffen die Bedeutung der Farben im Mittelpunkt, die textile Materialkunde, Mode der

unterschiedlichen Zeitepochen, Hüte und Hauben, das Nähen von Leder, Holzbearbeitung zum Anfertigen von Hilfsmitteln, das Färben mit Naturfarben, Schmuck, Brettchenweben, Jacobsweg, Pulverschiessen, Feuershow, Märchenstunde uvm. Auch das Kulinarische kam nicht zu kurz, da viele Leckereien mitgebracht wurden zum gemeinsamen Verzehr, da der Tag kostenlos angeboten wird. Wir stellen die Räume, die Medien, die Getränke.

Vortrag zum Färben beim Forum für Gewandete – in Horb 2008

Zum Orangefärben

Färbermeier (Asperula tinctoria) - orange (Wurzeln) Sumpfdotterblume (Caltha palustris) - orange und oliv

Zum Rotfärben

Ackerröte (Sherardia arvensis) - rot
Dahlien - rot (Blüten)
Dost (Origanum vulgare) - braun und hochrot (Kraut)
Echter Steinsamen (Lithospermum officinale) - rot (Wurzel) Himbeere (Rubus idaeus /caesus) - rot-lila (Frucht)
Klatschmohn (Papaver rhoeas) - rot
Krapp, Färberröte (Rubia tinctorum) - rot
Natternkopf (Echium vulgare) - rot (Wurzel)
Sauerampfer (Rumex acetosa) - gelb (Wurzel); rot (Blätter) Sumpffingerkraut (Potentilla palustris) - rot
Sumpfschwertlilie (Iris pseudacorus) - gelb (Blüten); rot (Wurzeln) Wald-Bingelkraut (Mercurialis perennis) - rot und blau (Wurzel) Waldmeister (Galium odoratum) - rot (Wurzel)

Zum Blaufärben

Echter Alant (Inula helenium) - blau
Garten-Melde (Atriplex hortensis) - blau (Stengel)
Gemeine Akelei (Aquilegia vulgaris) - blau (Blüte)
Mahonie (Mahonia aquifolium) - blau-lila (Beeren)
Wacholder (Juniperus communis) - blau (Nadeln)
Waid, dt. Indigo (Isatis tinctoria) - blau und grün Wald-Bingelkraut (Mercurialis perennis) - rot und blau (Wurzel) Zwergblatt, Attich (Sambucus ebulus) - blau

Zum Grünfärben

Adlerfarn (Pteridium aquilinum)- grün (junge Spitzen) Echtes Herzgespann (Leonurus cardiaca) - oliv
Grosse Brennessel (Urtica dioica) - grün (Blätter und Triebe) Krauser Rhabarber (Rheum rharbarbarum) - grün

Liguster (Ligustrum vulgarum) - grün (Blätter) Maiglöckchen (Convallaria majalis) - grün (Blätter) Schachtelhalm (Equisetum arvense) - grün (Pflanzengrün) Sumpfdotterblume (Caltha palustris) - orange und oliv Waid, dt. Indigo (Isatis tinctoria) - blau und grün
Waldziest (Stachys sylvatica) - grün (Blätter)

Aktiv-Kreativ – Forum für Gewandungen 2008 1

Krapp

Farbstoffgewinnung:
Die 20 bis 30cm langen Wurzeln werden ab dem dritten Jahr im Frühling und im Herbst gesammelt, getrocknet und schließlich geschnitzelt oder gemahlen. Die rote Farbe entwickelt sich erst durch das Trocknen der Wurzelstöcke.

Färben:
Der Farbstoff in der getrockneten Krappwurzel ist ein Beizenfarbstoff für Wolle, Baumwolle und Seide. Zum Färben weicht man die Wurzel einen Tag vorher im Wasser ein. Beim Färbevorgang kommt das Textilmaterial zusammen mit der Krappwurzel und dem Einweichwasser in das Färbebad. Das Bad wird etwa eine Stunde bei einer Temperatur von 70-80°C konstant gehalten. Geht man mit der Temperatur darüber, wird die Farbe nicht rot, sondern etwas bräunlicher. Damit die Färbung gleichmäßig gelingt, sollte das Bad ständig umgerührt werden. Bei der Verwendung von Alaun beim Beizen entstehen leuchtend rote Farbtöne auf der Stofffaser, Eisensalze führen zu bräunlichen Nuancen.

Schminkwurz Alkanna färbende Ochsenzung Rinde und Wurzel: Alkannin und Alkannan,Anchusasäure und Alkannasäure

Farbstoffgewinnung und Färben:
Die Farbstoffe aus der Alkannawurzel sind nicht wasserlöslich. Daher übergießt man die Wurzeln mit Alkohol und lässt die Mischung für eine Nacht stehen. Danach filtriert man durch ein Geschirrtuch und vermischt das Ganze mit heißem Wasser, das ein paar Tropfen Geschirrspülmittel enthält. In dieser Lösung kann man die vorgebeizten Textilien färben. Mit einer Alaunbeize erhält man violette Färbungen, die allerdings relativ lichtempfindlich sind.

Färberginster Farbstoffe: in Blüten, Blättern und Zweigen Luteolin

Farbstoffgewinnung:
Die färbenden Pflanzenteile werden am besten schon vor der Blüte gesammelt und getrocknet.

Färben:
Färberginster gehört wie Reseda zu den Beizenfarbstoffen. Die Färbung erfolgt auf vorgebeizter Wolle. Da Färberginster nicht so farbstark wie Reseda ist, muss der Farbstoffextrakt besonders stark konzentriert werden. Mit Alaunbeize erhält man ein Zitronengelb, das durch eine Nachbehandlung mit Eisen(II)-sulfat dunkelbraun wird. Mit Kupfer(II)-sulfat als Beizmittel ist auch eine grünolive Farbe zugänglich.

Färberkamille Farbstoffe: Apigenin, Luteolin, Quercetagenin und Paluletin in Blüten und Blättern

Farbstoffgewinnung:
Die Blütenköpfchen werden während der Blütezeit gesammelt und getrocknet.

 

Tuchweberey – Forum für Gewandungen 2008.

Färben:
Die Farbstoffe in der Färberkamille gehören zu den Beizenfarbstoffen, sie färben gelb. Die Vorbeize erfolgt mit Alaun, gefärbt wird wie bei der Reseda. Bei der Verwendung von Weinstein als Beizmittel erhält man eher goldgelbe Färbungen.

Färbermeister Farbstoffe: inder Wurzel Pseudopurpurin, Purpurin, Alizarin

Farbstoffgewinnung und Färben:
Die Gewinnung und das Färben entspricht dem Vorgang bei der Gewinnung von Krappwurzel

Färbersumach Farbstoffe:Blätter: Myricetin, Quercetin, Kämpferol, u.a. Kernholz: Fisetin, Fustin, Sulfuretin

Farbstoffgewinnung:
Das Kernholz des Strauches wird zerkleinert und zu Mehl verarbeitet. Dann kocht man das Mehl mit verdünnter Sodalösung aus und dampft die filtrierte Lösung bis zu einer Dichte von 1,04g/cm3 ein. Beim Abkühlen scheidet sich ein braungrüner Farbstoff aus, der nach dem Abfiltrieren und Trocknen als "Cotinin" in den Handel kommt. Die Farbstärke soll 60mal stärker sein als die von normalem Holz.

Färben:
Die mit Alaun oder Weinstein vorgebeizte Wolle wird in einem konzentrierten Extrakt des Fisetholzes gefärbt. Bei schwächeren Konzentrationen erhält man gelbe bis orange Farbtöne, bei starken Konzentrationen sind auch dunkelrote Farbtöne möglich - beispielsweise mit einer Beize aus 25% Alaun und 6% Weinstein.

Indigo

Farbstoffgewinnung:
Die Pflanzenteile werden zur Blütezeit abgeschnitten und in großen Behältern mit Wasser bedeckt und der Gärung überlassen. Dabei bildet sich aus dem wasserlöslichen, gelben Farbstoff Indican durch eine Oxidation mit Luft dunkelblaues, wasserunlösliches Indigo. Dieses wird nach der Trocknung in Blöcke geschnitten und gelangt so in den Handel. Der Umwandlungsprozess wird noch durch das Schlagen mit Stöcken und Schaufeln beschleunigt, wodurch viel Luft an die Farbstofflösung gelangt.

Färben:
Indigo ist ein Küpenfarbstoff. Zum Färben werden die Indigoblöcke pulverisiert und mit einem sogenannten Verküpungsmittel wieder in die ursprüngliche wasserlösliche und gelbe Form gebracht. In die so hergestellte Küpe werden die Textilstücke getaucht, die sich vorerst knallgelb färben. An der Luft wandelt sich der gelbe Farbstoff Indican auf den Textilstücken dann schließlich wieder zum blauen Indigo um. Auf diese Art und Weise werden noch heute die Jeans gefärbt, sofern noch echter, pflanzlicher Indigo verwendet wird.

Aktiv-Kreativ – Forum für Gewandungen 2008 3

Färberwaid

Färben:
Die Waidkugeln wurden früher von den Angestellten der Färber, den Waidknechten, mit Urin angefeuchtet und einer erneuten Gärung ausgesetzt. Nach einer Lagerzeit von etwa zwei Jahren kam der vergärte Waid in die Färbehäuser. Dort wurde er nochmals mit Urin und Pottasche bei 60°C verrührt. Erst nach 3 Tagen entstand eine Brühe, die Küpe, welche zum Färben geeignet war. Die Textilien wurden für eine Stunde in die Küpe getaucht. Beim Herausziehen der gefärbten Stoffe waren diese zunächst gelb eingefärbt. Erst an der Luft entwickelte sich auf den Textilien durch eine Oxidation die blaue Farbe.

Färbermädchenauge

Farbstoffgewinnung und Färben:
Die Blüten werden geerntet und getrocknet. Das Färben erfolgt wie bei der Reseda. Mit einer sauren Alaunbeize erhält man auf Seide oder Wolle rote-orange Färbungen.

Reseda

Färben:
Die getrocknete Reseda wird zuerst in einem Färbetopf mit Wasser aufgekocht. Im Gegensatz zu den Färbungen mit Krapp benötigt man wesentlich mehr Pflanzenmaterial. Danach wird der Extrakt durch ein Leinentuch filtriert. Auch die Reseda gehört zu den Beizenfarbstoffen. Das Vorbeizen der Seide oder der Wolle erfolgt in der Regel mit Alaun. Weinstein erzeugt eher braune Farbtöne. Das eigentliche Geheimnis der Resedafärbung besteht nun darin, dass dem Färbebad ein paar Teelöffel Kalk zugegeben werden. Erst dadurch entstehen intensive Gelbtöne. Nach der Kalkzugabe färbt man das vorgebeizte Material eine Stunde lang im kochenden Färbesud.

Artikel / Zeitungsartikel zum Download:

 

1. Mittelalterfans sprechen über Kleidung: 

2. Das Horber Tuch:

3. Die Tuchweberey am Neckar - Das Forum:

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